Kurz gesagt: Polynukleotide sind hochgereinigte Fragmente von DNA – lange Ketten aus den Bausteinen, aus denen auch unser eigenes Erbgut besteht. In die Haut eingebracht, regen sie die Fibroblasten an, also die Zellen, die Kollagen und Elastin bilden. Das Ergebnis ist eine schrittweise Verbesserung von Feuchtigkeit, Elastizität und Hautbild. Gewonnen werden sie aus natürlicher Quelle – meist aus Fisch, weshalb oft von „Lachs-DNA» die Rede ist.
Polynukleotide sind einer der grössten Trends in der modernen Hautmedizin. Und trotzdem versteht kaum jemand, was genau dahintersteckt. Wir gehen das hier von ganz vorne durch – so, als hättest du den Begriff heute zum ersten Mal gehört.
Der Name klingt kompliziert – die Idee ist einfach
„Poly» heisst viele, „Nukleotide» sind die Grundbausteine der DNA. Ein Polynukleotid ist also eine lange Kette dieser Bausteine – im Grunde ein Stück gereinigte Erbsubstanz.
Das mag im ersten Moment befremdlich klingen. Aber dein Körper besteht aus genau diesen Molekülen. Sie sind kein synthetischer Fremdstoff, sondern körperähnliche Bausteine, die der Haut zwei Dinge liefern: Material und ein Signal. Das Material dient als Baustoff, das Signal weckt die hauteigenen Reparaturzellen.
Woher kommt die „Lachs-DNA» – und was hat es mit „Lachs-Sperma» auf sich?
Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick, denn im Netz kursieren Begriffe wie „Lachs-DNA-Behandlung» oder sogar „Lachs-Sperma». Beides klingt spektakulär – und beides hat einen wahren Kern.
Die DNA für Polynukleotide wird aus der Samenflüssigkeit (Milch) von Fischen gewonnen. Diese ist besonders reich an gut verwertbarer DNA. Daher stammt der volkstümliche Ausdruck „Lachs-Sperma». Je nach Präparat kommt die DNA aus Lachs oder aus europäischem Frischwasserfisch wie der Forelle. Entscheidend ist danach die Reinigung: In einem aufwendigen Verfahren werden Eiweisse entfernt, die allergische Reaktionen auslösen könnten. Übrig bleibt eine reine, gut verträgliche DNA-Fraktion – weit entfernt vom rohen Ausgangsmaterial.
Kurz: Die Begriffe „Lachs-DNA» und „Lachs-Sperma» beschreiben die Herkunft, nicht das fertige Produkt. Was in die Haut kommt, ist ein steriler, hochgereinigter Wirkstoff.
Wie Polynukleotide in der Haut wirken
Der eigentliche Effekt läuft auf drei Ebenen ab:
1. Sie wecken die Fibroblasten. Fibroblasten sind die Bau-Zellen deiner Haut. Sie produzieren Kollagen, Elastin und körpereigene Hyaluronsäure. Mit den Jahren werden sie weniger und arbeiten langsamer. Polynukleotide bilden im Gewebe ein wasserreiches Gerüst, das diese Zellen anregt und ihnen ein günstiges Umfeld schafft. Das Ergebnis: mehr Aktivität, festere und dichtere Haut.
2. Sie binden Feuchtigkeit. Durch ihre Struktur ziehen Polynukleotide Wasser an. Die Haut wirkt dadurch praller und wirkt von innen aufgefüllt – ohne dass Volumen von aussen zugeführt wird.
3. Sie beruhigen und schützen. Polynukleotide wirken antioxidativ und dämpfen Entzündungsreize. Für empfindliche oder gereizte Haut ist das ein doppelter Nutzen.
Weil hier ein echter Umbauprozess angestossen wird, zeigt sich das Ergebnis nicht über Nacht, sondern baut sich über Wochen auf – und hält entsprechend länger an.
Kurz erklärt: Polynukleotide und PDRN
Beim Lesen begegnet dir manchmal die Abkürzung PDRN (Polydeoxyribonukleotid). PDRN und Polynukleotide werden oft synonym verwendet. Streng genommen unterscheiden sie sich in der Länge und der Fraktion der DNA-Ketten. PDRN wurde bereits 1994 in Italien für die Wundheilung zugelassen – daraus hat sich der heutige Einsatz in der Hautverjüngung entwickelt. Für dich als Patientin ist vor allem die Herkunft und Reinheit relevant, weniger die genaue Abkürzung.
Wofür Polynukleotide eingesetzt werden
Der Einsatzbereich ist breit, weil es um Hautqualität geht und nicht um eine einzelne Falte:
- feuchtigkeitsarme, fahle Haut, die Frische verloren hat
- feine Linien und beginnender Elastizitätsverlust
- unebene Hauttextur und erweiterte Poren
- die zarte Haut der Augenregion und Augenringe
- die Verbesserung von Narbengewebe
Wichtig zur Einordnung: Polynukleotide sind kein Filler. Sie schaffen kein künstliches Volumen, sondern verbessern die Haut von innen. Wenn du wissen willst, wie sich das zu Hyaluron verhält, lies unseren Vergleich Polynukleotide oder Hyaluron.
Wie die Behandlung abläuft
Polynukleotide werden mit einer sehr feinen Nadel in die Haut eingebracht – als kleine Depots oder feine Linien, je nach Areal. Weil die Haut selbst arbeiten soll, wird meist eine kurze Serie empfohlen, oft drei Sitzungen im Abstand von etwa zwei Wochen. Danach reicht in der Regel eine gelegentliche Auffrischung.
Die Sitzung selbst ist kurz. Danach kann die Haut vorübergehend gerötet sein oder kleine Quaddeln zeigen, die rasch abklingen. Wie bei jeder Injektion sind kurzfristige Reaktionen wie leichte Schwellung oder Empfindlichkeit möglich. In Studien war die Verträglichkeit gut; über schwere Nebenwirkungen wurde selten berichtet.
In der alestetics® Klinik in Zürich arbeiten wir mit PolyPhil™. Ob Polynukleotide für dich das Richtige sind oder eher der Feuchtigkeitskomplex NCTF®, klären wir in der kostenlosen AURA 3D Hautanalyse.
Weiterlesen:
- Polynukleotide oder Hyaluron: was ist besser für die Hautqualität?
- Plinest, PolyPhil, Rejuran, Nucleofill: die Marken im Vergleich
- Polynukleotide: Zulassung in Europa, Korea, USA und Russland
Was sind Polynukleotide einfach erklärt?
Es sind lange, gereinigte Ketten aus DNA-Bausteinen. In die Haut eingebracht, regen sie die hauteigenen Reparaturzellen an, mehr Kollagen und Feuchtigkeit zu bilden. Sie verbessern also die Hautqualität von innen.
Sind Polynukleotide wirklich aus Lachs-Sperma?
Die DNA wird aus der Samenflüssigkeit von Fischen gewonnen, oft aus Lachs oder Forelle – daher der Ausdruck. Anschliessend wird sie hochgereinigt. Im fertigen Präparat ist nur die reine, gut verträgliche DNA-Fraktion enthalten.
Sind Polynukleotide ein Filler?
Nein. Polynukleotide sind ein Skinbooster, der die Zellaktivität anregt. Sie erzeugen kein künstliches Volumen und formen keine Konturen wie ein vernetzter Hyaluron-Filler.
Wie oft muss man Polynukleotide auffrischen?
Meist wird eine Startserie von etwa drei Sitzungen empfohlen, danach eine gelegentliche Auffrischung. Der genaue Rhythmus hängt vom Hautzustand ab.
Sind Polynukleotide bei einer Fischallergie geeignet?
Bei bekannter Fischallergie ist Vorsicht geboten. Das solltest du vor der Behandlung immer ansprechen, damit die Eignung individuell geprüft werden kann.
